Wette gewonnen!

Der Bundeswirtschaftsminister hat die Verschuldung des Auslandes, die er für seine Prognose braucht, in seiner Pressekonferenz zum Jahreswirtschaftsbericht natürlich nicht erwähnt. Es hat auch nur ein Journalist danach gefragt und der hat prompt keine Antwort bekommen.

Hier ein Ausschnitt aus der Prognose-Tabelle des Jahreswirtschaftsberichts 2015, der heute vorgestellt wurde:

Jahreswi-Bericht

Ganze 205 Milliarden Defizit des Auslandes (also neue Schulden dort) hat Sigmar Gabriel hineingeschrieben (das ist der Außenbeitrag in der drittletzten Zeile, der etwa dem Leistungsbilanzüberschuss entspricht). Und man sieht, Deutschland braucht sogar eine deutlich steigende Neuverschuldung des Auslandes von Jahr zu Jahr, um über die Runden zu kommen. „Nur“ 163 Mrd. Euro waren es 2013, dann 189 Mrd. im vergangenen Jahr und 205 Mrd. werden für dieses Jahr erwartet.

Aber das ist dem Bundeswirtschaftsminister keiner Erwähnung wert. Stattdessen hat er im Verhältnis zu den anderen europäischen Ländern immer wieder das Wort „Fairness“ benutzt und gemeint, die anderen (einschließlich Griechenlands) müssten sich an die einmal getroffenen Abmachungen halten. Davon, dass es auch eine Verpflichtung aller Länder gibt, makroökonomische Ungleichgewichte abzubauen, war wieder nicht die Rede. Schreiben Sie bitte an den BMWI (Kontakte hier: https://www.bmwi.de/DE/Service/kontakt.html) und fragen Sie, wie er diese Kleinigkeit bloß übersehen konnte.

(Gegenüber der ursprünglich veröffentlichten Version dieses Artikels haben wir in dieser Fassung Tippfehler korrigiert, nämlich im vorletzten Absatz „Mio.“ durch „Mrd.“ ersetzt.)

PrintFriendly and PDFdruckenPDF