FAZ über Vollbeschäftigung

Die FAZ schreibt über Vollbeschäftigung. Das ist so, als ob Ptolemäus über das kopernikanische Weltbild schreibt: Es könnte lustig sein, wenn sie wenigstens gute Schreiber hätten. Die Nachdenkseiten haben dazu schon vieles gesagt, ich will nur einen Punkt anfügen, der leider überall zu kurz kommt, unseres Erachtens aber der mit Abstand wichtigste ist und den wir hier schon einige Male angesprochen haben. Der Arbeitsmarkt funktioniert nicht wie ein normaler Markt, weil am Arbeitsmarkt, anders als am Kartoffelmarkt, Angebot und Nachfrage nicht unabhängig voneinander sein können. Wenn die Angebotskurve und die Nachfragekurve, wie sie die Ökonomen so gerne als Kreuz hinmalen, nicht unabhängig voneinander sind, gibt es kein normales Marktergebnis und die schöne marktwirtschaftliche Vorstellung, sinkende Löhne bedeuteten mehr Beschäftigung, ist und bleibt eine Fata Morgana. Die FAZ irrlichtert deswegen meist über den Export und die Wettbewerbsfähigkeit, was, wie wir schon viele Male gezeigt haben, ja gerade keine Lösung des Problems ist. Den entscheidenden binnenwirtschaftlichen Zusammenhang erkennen weder sie noch die von ihr befragten Mainstreamökonomen.

Das Buch, in dem die kopernikanische Weltsicht im Detail erläutert wird, heißt: „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit“ und ist 2007 bei Westend erschienen.