Das deutsche Wunder: Wachstum für 2015 bestätigt trotz sinkender Produktion

Das hatten wir uns doch gedacht und auch vorhergesagt: Das Statistische Bundesamt hat die vorläufig errechnete Wachstumsrate von 1,7 Prozent für das ganze Jahr 2015 (gegenüber dem Vorjahr) mit einem Wachstum von 0,3 Prozent im vierten Quartal (gegenüber dem Vorquartal) bestätigt. Und das, wie wir hier gezeigt haben, obwohl die bekannten Produktionszahlen (für Industrie und Bauwirtschaft) im Dezember deutlich niedriger ausgefallen sind, als man bei den vorläufigen Berechnungen wissen konnte. Aber es findet sich eben immer irgendwo in den hintersten Ecken des Bundesamtes noch ein wenig Produktion, die man zusammenkehren kann, um das zu erreichen, was man „erwartet“ (oder sollte man besser sagen „angestrebt“) hat.

Ich kann nur wiederholen, was ich vor einiger Zeit angemahnt hatte: Es ist ein großes Problem, dass diese für die Volkswirtschaft so bedeutenden Berechnungen, die wir am Beispiel anderer Länder schon häufig in Frage gestellt haben (für Spanien insbesondere, aber auch immer wieder für Deutschland), in Hinterzimmern der Statistischen Ämter stattfinden und niemand nachprüfen kann, wie diese Ergebnisse zustande kamen. Zu fordern ist, dass die Statistischen Ämter ihre gesamte Berechnungsgrundlage der Öffentlichkeit zugänglich machen, so dass sich außenstehende Experten damit kritisch auseinandersetzen können. Zumindest müssen unabhängige Institute in die Lage versetzt werden, anhand des exakt gleichen Datensatzes, der der amtlichen Statistik zur Verfügung stand, jeweils eine Parallelberechnung des BIP vorzunehmen und zum gleichen Zeitpunkt zu veröffentlichen.

 

 

PrintFriendly and PDFdruckenPDF