Vortrag in Erfurt vom 28.10. – Audio-Mitschnitt und Vortragsfolien

Heiner Flassbecks Vortrag in Erfurt zum Thema “Was geht mich die Krise an? – Eurokrise und Weltwährungssystem” ist jetzt online in voller Länge als Audio-Mitschnitt verfügbar. Passend dazu können Sie sich unter dem folgenden Link auch die Vortragsfolien (größtenteils auf Englisch) herunterladen:
2014-10-28 Was geht mich die Krise an – Präsentation Erfurt weiterlesen ...

Ist das alles nur graue Theorie? – Eine politische Anmerkung zur Lohn- und Arbeitszeitdiskussion

In Goethes “Faust I” sagt Mephisto: “Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum.” So ähnlich klingt, was Wolfgang Lieb von den Nachdenkseiten zu unserer Arbeitszeitkontroverse schrieb: „Ich bin jedoch wie die Beteiligten der Meinung, dass wir diese Kontroverse jedenfalls auf den NachDenkSeiten nicht weiter verfolgen sollten, sondern dass diese theoretische Debatte im persönlichen Gespräch oder in einem wissenschaftlichen Seminar fortgesetzt werden sollten.“ Auch Professor Bontrup will auf diesem Wege nicht weiter diskutieren, weswegen wir in den letzten Stücken auch auf einen expliziten Verweis auf seine Arbeiten verzichtet haben. weiterlesen ...

Welche Lohnpolitik hilft gegen Arbeitslosigkeit? (Teil III)

Nach all der Kritik, die wir an den Lohnpolitikmodellen der Arbeitszeitverkürzung und der Lohnmoderation geübt haben, wird es Zeit, die Folgen einer Lohnpolitik gemäß der goldenen Lohnregel zu diskutieren, die wir als einzige für zielführend hinsichtlich des Abbaus von Arbeitslosigkeit halten. Diese Art der Lohnpolitik unterscheidet sich von der „Lohnmoderation Variante II“ zunächst auf der nominalen Ebene, wenn wir die auch in den vorigen Teilen getroffene Annahme einer Produktivitätszunahme von 2 Prozent beibehalten: Bei der goldenen Lohnregel steigen die Nominallöhne dann in Höhe von 4 Prozent (2 Prozent für die Produktivität und 2 Prozent für die Zielinflationsrate), die nominale Nachfrage entsprechend ebenfalls um 4 Prozent. Die Lohnstückkosten nehmen um 2 Prozent zu (4 Prozent Nominallöhne minus zwei Prozent Produktivität), und die Preise folgen ihnen dank Wettbewerbsdruck, so dass die tatsächliche Inflationsrate mit 2 Prozent der Zielinflationsrate entspricht. Auf diese Weise entfällt – jetzt kommen wir zur realen Ebene – das komplett, was im vorigen Beitrag “Exportkanal” hieß, zumindest gegenüber den Ländern, die die gleiche (oder eine niedrigere) Inflationsrate realisieren. Von dieser Seite sind also keine kurzfristigen positiven Beschäftigungseffekte zu erwarten (aber auch keine langfristigen internationalen Verwerfungen). Ebenso entfallen der negative Realzinseffekt und das Deflationsrisiko, weil ja für die Erreichung der Zielinflationsrate gesorgt ist. Das Wachstum beträgt 2 Prozent und damit „nur“ genau so viel wie die Produktivitätssteigerung. weiterlesen ...

Abo-Preview: Leichtes Geld bei wachsender Ungleichheit: Symptom oder Ursache?

Die zunehmende Ungleichheit der Einkommens- und Vermögensverteilung bleibt das wohl derzeit meist diskutierte Thema in der amerikanischen wirtschaftspolitischen Debatte. Das an sich ist schon ungewöhnlich genug. Denn in einem Land mit unbegrenzten Möglichkeiten, Chancengleichheit und sozialer Mobilität würde man das eher nicht erwarten. Die amerikanische Realität hat sich von diesem Ideal allerdings mittlerweile in so krassem Maße entfernt, dass dies selbst im Wall Street Journal und anderen konservativen Kreisen zu Nachdenklichkeit und auch Sorge anzuregen scheint. In der letzten Woche hat nun auch Federal Reserve Chair Janet Yellen auf einer Konferenz in Boston mit dem Titel Wirtschaftschancen und Ungleichheit ausführlicher hierzu Stellung bezogen. weiterlesen ...

Welche Lohnpolitik hilft gegen Arbeitslosigkeit? (Teil II)

In Fortsetzung unseres Vergleichs verschiedener Varianten der Lohnpolitik diskutieren wir heute die Art von Lohnabschlüssen, die mit „Lohnzurückhaltung“, „Lohnmoderation“ oder auch mit dem Slogan „Produktivität für Beschäftigung reservieren“ bezeichnet werden und die seit Mitte der 1990er Jahre häufig abgeschlossen wurden. Die Anhänger der Lohnmoderation plädieren dafür, den nominalen Stundenlohn um weniger als die Summe aus Zielinflationsrate und Produktivitätszuwachs anzuheben. Davon, welche Preisentwicklung kurzfristig und auf mittlere Sicht zustande kommt, hängt die Entwicklung des realen Stundenlohns ab. Wir haben (ganz parallel zu der Tabelle für die AZV-Varianten) in der weiter unten stehenden Tabelle zwei Varianten für die Lohnmoderation aufgeführt, nämlich eine, in der die Preisentwicklung der Zielinflationsrate entspricht (Variante I), und eine zweite, in der die Preise konstant bleiben. weiterlesen ...

Der Aufschwung war eine Beule und die Delle wird zum Tal – Nun kommt die Stunde des Bundeswirtschaftsministers

Viele hatten sicher inständig gehofft, dass es gut gehen würde, dass der ifo-Index nach langen Monaten des Abgleitens im Herbst den lang erwarteten Hoffnungsschimmer verbreiten und wieder aufwärts zeigen würde. War aber nichts. Das gestern veröffentlichte Barometer weist, wie das Originalbild vom Ifo-Institut zeigt, auch für Oktober klar nach unten. weiterlesen ...

Deutsche Übergröße

Einer der bedeutendsten lebenden deutschsprachigen Schriftsteller, der Schweizer Adolf Muschg, hat unter der Überschrift: „Den Teufel tun. Über deutsche Größe“ in der NZZ den Machtzuwachs beschrieben, den Deutschland in den vergangenen Jahren erlebt hat. Muschg zeigt große Sympathie für die sachliche Art und Weise, in der Deutschland in Gestalt von Angela Merkel seine neue Machtfülle ausübt, und versucht all jene zu beruhigen, die glauben, Deutschland würde wegen der neuen Größe zurückfallen in die Großmachtphantasien vergangener Zeiten. weiterlesen ...