Frankreich und die Notwendigkeit von Arbeitsmarktreformen – Der Bundesfinanzminister wird die Währungsunion nie verstehen und Frankreich sollte endlich angemessen antworten

Zu Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seiner ökonomischen Weltanschauung haben wir schon viel gesagt und man hat eigentlich keine Lust, immer wieder dieselben Irrtümer an den Pranger zu stellen. Zu Austerität und den „strukturellen Reformen“, die Schäuble in einem Artikel der New York Times erneut beschwört, hat Paul Krugman alles Wichtige gesagt (hier zum Beispiel in deutscher Übersetzung). weiterlesen ...

Warum der Grexit kein Tabu sein darf

Vorbemerkung Heiner Flassbeck: Wir bringen hier einen Diskussionsbeitrag von Paul Steinhardt, der schon einige Male für uns Beiträge zur Geldpolitik verfasst hat. Aus der Veröffentlichung folgt nicht, dass wir mit diesem Beitrag  in allen seinen Facetten übereinstimmen. Wir glauben aber, dass eine offene und seriöse Diskussion auch in dieser Frage notwendig ist. Wir werden in den nächsten Wochen dazu selbst Stellung nehmen.     weiterlesen ...

Europäische Konjunktur: Alle reden vom Aufschwung, wir nicht (Teil 2)

In diesem zweiten Teil wollen wir die Bauwirtschaft und den Einzelhandel anschauen, dazu die Preis- und die Arbeitslosigkeitsentwicklung. Schließlich wollen wir fragen, wieso die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute öffentliches Geld für ihre halbjährlichen Gutachten bekommen. In der Bauwirtschaft, die neben der Industrie das zweite wichtige Standbein der konjunkturell sensiblen Sektoren ist, gibt es für die EWU insgesamt eine leichte Aufwärtsbewegung, aber di… weiterlesen ...

The last act of the Greek drama begins

We have been confronted with a lack of basic clarity for many weeks now. Did the government in Athens produce a list of reforms or did it not? Is this list, if it exists, a final or a provisional one? Are the reforms that the Greeks propose acceptable, in part or as a whole, to the creditors or not? Does the list address the revindications of the ”institutions” sufficiently well or not? It is an uncanny situation. For weeks in a row, there has been a stream of news that is not clear, not complete or not trustworthy. Are the Greek government and the creditors trying to reach a ”compromise”? The only thing we know for sure is that so far no compromise has been reached. Nothing substantial has come out of the negotiations. The only thing that the Greek government managed to achieve – even in the German press – is the omission of the word ”troika.” This is ridiculous, of course, but it tells you about the willingness to compromise on the part of creditors. And, indeed, what a success for the Greek side! continue reading...

Europäische Konjunktur: Alle reden vom Aufschwung, wir nicht (Teil 1)

Viele Leser sind dankbar, dass sie bei uns eine ungeschminkte Analyse der wirtschaftlichen Lage bekommen. Wir werden aber manchmal auch gefragt, warum wir so großen Wert auf die Beobachtung der konjunkturellen Entwicklung legen. Die Antwort ist einfach: Was in der Wirtschaft geschieht, geschieht in Form von konjunkturellen Bewegungen. Wer die nicht versteht, kann auch zur Wirtschaft insgesamt keinen Zugang finden. Es gibt keine geheimnisvolle Macht, die „strukturell“ eine Wirtschaft beschleunigt, ohne dass sich das in der Konjunktur und damit auf der Nachfrageseite der Volkswirtschaft niederschlüge. weiterlesen ...

Der Mindestlohn oder die Angst vor der Wahrheit

Ein Leser schreibt uns, dass die Stadt Seattle an der Westküste der USA gerade beschlossen hat, die Mindestlöhne in mehreren Schritten auf 15 US-Dollar anzuheben (hier ein Link dazu). Immer mehr Städte und Staaten in den USA beginnen zu begreifen, dass es ohne solche massiven staatlichen Eingriffe in den Arbeitsmarkt nicht geht, wenn man die gesellschaftlichen Kräfte nicht noch weiter auseinanderdriften lassen will. weiterlesen ...

Gemeinschaftsdiagnose der Institute (GD) – Der Junkie bekommt die nächste Spritze

Ich will heute nur einen kurzen Kommentar zu der gestern veröffentlichten GD abgeben, weil wir nächste Woche zwei Stücke über die Konjunktur machen, wo wir das Gutachten ausführlich kommentieren können. Die gestern schon verbreiteten Kommentare nach dem Motto „Deutschland boomt“ (so gestern eine Meldung bei ntv) sind natürlich – wie immer in solchen Fällen – weit überzogen. Mehr als erstaunlich ist aber, mit welcher Leichtigkeit, um nicht zu sagen, Unverfrorenheit, die Institute die stark steigenden deutschen Außenhandelsüberschüsse hinnehmen. So weit ich es sehe, gibt es nicht einmal den Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit dieser Frage. In der Prognose wird aber unterstellt (siehe Original-Tabelle), dass der deutsche Leistungsbilanzüberschuss (also die Neuverschuldung des Auslandes) in diesem Jahr um sage und schreibe um 36 Milliarden Euro auf über 250 Milliarden Euro steigt. Wenn das keine Leistung ist? weiterlesen ...