Zum Zusammenhang von Einzelhandelsumsatz und Löhnen

Wir hatten vergangenen Freitag versprochen, noch einmal auf den Zusammenhang von Lohnentwicklung und Konsum einzugehen. Es scheint, als habe die leichte Belebung des Einzelhandels seit Beginn dieses Jahres mit der ebenso leichten Erholung bei der Reallohnentwicklung zu tun. Wir haben dazu hier einmal den Reallohn- und den Nominallohnindex verwendet, wie das Statistische Bundesamt sie ausweist. Dabei handelt es sich allerdings um Daten zu Monatsverdiensten (einschließlich Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld), und zwar von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten. Diese beiden Indizes bilden das, worauf es uns ankommt, nämlich die Nominal- und Reallohnentwicklung auf Stundenbasis, also den Verdienst, wie der einzelne Arbeitnehmer ihn wahrnimmt, nicht optimal ab. (Wir werden daher nach diesem ersten Versuch den Zusammenhang in einem späteren Beitrag datentechnisch ausgefeilter klären.) weiterlesen ...

Wirtschaftsminister Gabriel, das Konjunktureinmaleins und der Mindestlohn

Dass Sigmar Gabriel bemüht ist, die schlechten Konjunkturaussichten klein zu reden, wussten wir schon und ist für ein Regierungsmitglied auch nicht überraschend. Dass er sie aber rundherum bestreitet, ist doch neu. Der Bild-Zeitung sagte er im Interview, es ginge bergauf, nicht bergab mit der deutschen Wirtschaft. Wörtlich, auf die Frage, ob Deutschland ein Konjunkturprogramm braucht: „Nein, Deutschland befindet sich nicht im Abschwung. In diesem Jahr wächst unsere Wirtschaft um 1,2, nächstes Jahr um 1,3 Prozent. Das ist weniger als die Wirtschaftsinstitute zu Beginn des Jahres gedacht haben, aber es geht bergauf und nicht bergab.“ weiterlesen ...

Mehr “Marktwirtschaft im Gesundheitswesen”?

20. Oktober 2014 l l Wirtschaftspolitik

In der FAZ vom 14.10.2014 war zu erfahren, dass “CDU und CSU das klare Bekenntnis zur privaten Krankenversicherung immer schwerer (fällt), je mehr sie sich von Prinzipien der Marktwirtschaft entfernen”. Über den Satz muss man zweimal nachdenken. Das verstehe ich so, dass die gesetzliche Krankenversicherung eine ineffiziente staatlich-sozialistische Zwangsveranstaltung ist. weiterlesen ...

Abo-Preview: Konjunktur in Europa erneut auf der schiefen Bahn

Die Daten zur Entwicklung der Industrieproduktion, die diese Woche von Eurostat veröffentlicht wurden, sind deprimierend. Angetrieben von dem starken Rückgang in Deutschland im August (wir hatten bereits darüber berichtet), ging auch die Produktion im gesamten Euroraum (saisonbereinigt) um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. weiterlesen ...

Die ungemeine Konfusion der herrschenden Lehre und die Folgen für die wirtschaftspolitische Beratung

Gestern traf ich auf einer Konferenz mit zwei der führenden Mainstream-Ökonomen zusammen. Es ging, wie nicht anders zu erwarten, um den europäischen Abschwung und die konjunkturelle Schwäche in Deutschland. Nachdem beide vehement dagegen waren, die Konjunktur anzuregen (nach dem Motto: Konjunkturprogramme sind Strohfeuer) und sich sogar dafür aussprachen, Schulden generell zurückzuführen und große Schuldenschnitte bei den Schuldenständen vorzunehmen, fragte ich sie direkt, wer sich denn verschulden solle. weiterlesen ...

Können Importüberschüsse aus Vermögen bezahlt werden?

Einer unserer Leser stellt folgende Frage zum Zusammenhang zwischen deutschen Exportüberschüssen und der entsprechenden Verschuldung der Importüberschussländer: Kann es sein, dass die Importländer ihre Importüberschüsse aus ihrem zuvor aus ihrer Wirtschaftstätigkeit erwirtschafteten Vermögen bezahlen und somit keine Schulden machen müssen? weiterlesen ...

Abo-Preview: Wer bei der Infrastruktur spart, verrät mehr als nur seine Enkelkinder

Wer in den letzten Jahren das internationale wirtschaftspolitische Geschehen auf der großen Bühne verfolgt hat, also insbesondere die G20-Treffen sowie die Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank, aber auch Treffen auf bilateraler Ebene, dem kann nicht entgangen sein, dass Amerika und Deutschland in Sachen Makrowirtschaftspolitik beständig höchst konträre Positionen einnehmen. Abgesehen von dem kurzfristigen „Keynes-Moment“ im Jahr 2009, als Deutschland plötzlich und zu jedermanns Überraschung ein umfangreiches Konjunkturprogramm auflegte, das sich dann auch als sehr wirksam erwies, kennt man in Deutschland im Grunde nur eine konjunkturpolitische Marschrichtung, die angeblich immer und überall das Wirtschaftswachstum beflügeln soll: Haushaltskonsolidierung, Strukturreformen und Lohnzurückhaltung. Diese Weisheiten sorgen aus deutscher Sicht für Wettbewerbsfähigkeit und stärken das Zukunftsvertrauen. Und Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauen erzeugen dann irgendwie Wachstum. weiterlesen ...

Aufgelesen bei … Johannes Ludewig

Vergangene Woche hat der Normenkontrollrat (NKR), ein 2006 ins Leben gerufenes Gremium zum Bürokratieabbau, sein mit „Folgekosten ernst nehmen – Chancen nutzen“ überschriebenes Jahresgutachten vorgestellt. Dort wird insbesondere auf die Kosten hingewiesen, die das Gesetz zum flächendeckenden Mindestlohn 2015 verursachen wird: Die Anhebung der Stundenlöhne von Beschäftigten, deren bisherige Bezahlung unter 8,50 Euro pro Stunde liegt und die nicht unter die im Gesetz festgelegten Ausnahmeregelungen fallen, soll die Unternehmen laut NKR 9,6 Mrd. Euro kosten (vgl. ebendort Seite 29). Das ist natürlich gefundenes Fressen für die Mainstream-Presse, die sich den Kampf gegen den Mindestlohn auf die Fahnen geschrieben hat und darin von den Wirtschaftsforschungsinstituten, die die Gemeinschaftsdiagnose zu verantworten haben, tatkräftig unterstützt wird (wir haben gestern darüber berichtet). weiterlesen ...