Frankreich: Vor dem Schiffbruch?

Vor einigen Tagen erschien der französische Figaro mit einer einfachen riesigen Titelüberschrift: „Le naufrage“ und darunter abgebildet war Präsident Hollande. Naufrage heißt Untergang oder Schiffbruch. Genannt wurden dabei die zentralen wirtschaftlichen Probleme, mit denen François Hollande zu kämpfen hat, also Rezession, Verschuldung und Arbeitslosigkeit. weiterlesen ...

Abo-Preview: US-Gewinne und Aktienkurse boomen, nicht aber US-Gewinnsteuern – gejammert wird trotzdem

19. September 2014 l l Finanzmärkte, Länderberichte

Es ist ein bekanntes Phänomen: Unternehmen scheinen immer unter zu hohen Steuern zu leiden. Auch Amerikas Unternehmen leiden sehr, sogar noch mehr als andere. Denn Amerika hat den höchsten Unternehmenssteuersatz der freien Welt – heißt es von Seiten der Unternehmen. Und zumindest auf dem Papier scheint das auch der Fall zu sein. Der US-Bundessteuersatz auf Unternehmensprofite beträgt 35 Prozent. Da zumindest teilweise noch Steuern auf Bundesstaatsebene hinzukommen können, werden in der öffentlichen Diskussion zu diesem Thema auch Höchststeuersätze von bis zu 40 Prozent gehandelt. Das liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von rund 25 Prozent, noch deutlicher über den 12,5 Prozent Irlands, und im Vergleich zu den null Prozent, die auf den Bahamas und Cayman Islands gelten, scheint das wahrlich unerträglich hoch zu sein. weiterlesen ...

Konjunktur in Europa: ein Blick auf die Industrieproduktion

Heute wollen wir einmal etwas ausführlicher dokumentieren, wie sich die konjunkturelle Entwicklung in Europa darstellt. Dazu haben wir die Industrieproduktion (letzter Stand Juli 2014) ausgewählt, weil es für die meisten Länder keine Auftragseingänge in der Industrie wie für Deutschland gibt. Außerdem kann man diesen Daten halbwegs trauen, da der Schätzanteil kleiner ist als bei Daten zu den Dienstleistungen zum Beispiel. Es gibt ja allenthalben erhebliche Verwirrung darüber, ob und wo es einen Aufschwung gibt und ob und wo akuter wirtschaftspolitischer Handlungsbedarf besteht. weiterlesen ...

Die zunehmende Ungleichheit und ihre Wurzeln

Wer die Ungleichheit in Europa bekämpfen will, muss die Fehlfunktion des Arbeitsmarkts beheben. Flexibilisierung vergrößert die Ungleichheit nur. weiterlesen ...

Klimaschutz: Neue UN Studie mit „neuen“ Einsichten – spät, aber immerhin

Die Vereinten Nationen (UN) haben eine neue Untersuchung vorgestellt, die sich der Frage des Konfliktes zwischen „Wachstum“ und Klimaschutz widmet. Eine Expertengruppe hat sich vor dem UN-Sondergipfel, der in einigen Tagen stattfindet, daran gemacht, die alten Vorurteile gegen vermehrten Klima- und Umweltschutz abzubauen. In der Presse (hier z.B. in der SZ) wird der Bericht nach dem Motto rezipiert „Wachstum und Klimaschutz vertragen sich“. weiterlesen ...

Abo-Preview: Unser Geldsystem XXIV – Free Banking oder die Entnationalisierung des Geldes

Bevor wir unsere eigenen Vorstellungen darlegen, wie das Geldsystem der Zukunft aussehen müsste, wollen wir noch auf zwei weitere Varianten eingehen, die derzeit heftig diskutiert werden. Free Banking und die Modern Monetary Theory (MMT). Zu ersterem schreibt uns ein Leser: „In der letzten Zeit höre ich im Umfeld der AfD und nicht nur dort (es gibt Hayek-Gesellschaften) Vorschläge, man solle das jetzige System der Zentralbanken aufgeben und ersetzen durch ein Geldwesen, in dem Geld durch Private geschaffen und bereitgestellt wird. Dies orientiert sich u.a. an Vorschlägen von Hayek und wird “Free Banking” genannt. weiterlesen ...

Professor Bontrup und ein ziemlich alter Trugschluss

Es gibt Argumente, die sind vollkommen falsch, klingen aber ungeheuer einleuchtend, weil sie ein (womöglich uraltes) Vorurteil bestätigen und deswegen das Denken der meisten Menschen in dieser Frage von vorneherein vernebelt ist oder gar nicht erst einsetzt. Eine Leserin fragt, ob denn die einfache Rechnung zur Arbeitszeitverkürzung, die Professor Heinz-Josef Bontrup in einem Interview des Freitag vorführte, so richtig sein kann. Ist sie überhaupt nicht, um es vorwegzunehmen. Aber die Art und Weise, wie Bontrup diese Milchmädchenrechnung verpackt, um ihr die nötige Überzeugungskraft zu geben, ist schon Klasse. weiterlesen ...

Einwanderung als wichtigstes Wahlkampfthema der AfD: Wer gar nicht betroffen ist, bellt am lautesten

15. September 2014 l l Allgemeine Politik

Wenn man die Argumentation der AfD vor und nach den für sie extrem erfolgreichen Landtagswahlen anschaut, ist auffällig, dass Europa und der Euro kaum noch eine Rolle spielen. „Unkontrollierte Zuwanderung“ ist das Hauptthema dieser Partei geworden. Man fragt sich allerdings, wovon dabei in Ostdeutschland die Rede ist. Ausgerechnet in den Ländern, in denen die AfD gestern zweistellige Stimmenanteile erhielt, liegt der Anteil der Ausländer extrem niedrig. weiterlesen ...